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Goju-Ryu gilt heute als eines der vier großen japanischen Karate-Systeme neben dem Shito-Ryu, dem Shotokan und dem Wado-Ryu.
Der Name des Systems Goju-Ryu (= harter und weicher Stil) bringt die Erfahrungen aus den verschiedensten Stilrichtungen, die der Begründer des Goju-Ryu, Chojun Miyagi (1888-1953), gemacht hat zum Ausdruck.
Miyagi wollte eine Synthese aus harten und weichen Techniken schaffen. Vom Prinzip her bedeutet das, bezogen auf das Goju-Ryu Karate, einen Angriff hart zu führen, andererseits aber harten Angriffen weich auszuweichen, um dann eventuell wieder hart zu kontern.
Den Wechsel zwischen hart und weich (go und ju) bzw. zwischen Anspannung und Entspannung gilt es zu beherrschen.
Wird eine harte Karatetechnik ausgeführt, so versucht der Karateka, für den Bruchteil einer Sekunde die gesamte Körperkraft auf einen relativ kleinen Punkt seiner Gliedmaßen zu konzentrieren, um möglichst viel Energie schockartig auf den Körper des Gegners zu übertragen.
In dem kurzen Augenblick des Kontaktes mit dem Gegner befindet sich der Körper des Ausführenden in einem Höchstmaß an Spannung. Je kürzer die Zeit der Anspannung ist, desto größer ist die Schockwirkung der Technik. Direkt nach dem Auftreffen wird der Körper sofort wieder entspannt.
Dieses Prinzip, das Zusammenwirken von harten und weichen Techniken, von Anspannung und Entspannung, wollte Chojun Miyagi in dem Namen Goju-Ryu zum Ausdruck bringen.
(Aus dem Buch “Goju-Ryu Karate-Do” von Espeloer, Heckhuis, Nehm - ISBN 3-00-001342-3)